Das Abflachen von PVC-Rohren ist ein häufiger Fehler beim Biegen, insbesondere bei dünnen Wänden, engen Biegeradien oder ungleichmäßiger Erwärmung. Eine übermäßige Ovalität kann den Durchflussquerschnitt, die Maßgenauigkeit und die Zuverlässigkeit bei der Verlegung beeinträchtigen.
Das Verständnis der Ursachen hilft Herstellern dabei, Erwärmung, Abstützung, Werkzeuge, Biegegeschwindigkeit und Kühlung zu optimieren, um eine gleichmäßigere Produktion zu erzielen.
Was bedeutet „Abflachung von PVC-Rohren“?
Eine Abflachung von PVC-Rohren tritt auf, wenn der kreisförmige Querschnitt beim Biegen oval wird oder teilweise zusammenfällt. Am deutlichsten ist dies in der Biegemitte zu erkennen, wo Zug-, Druck- und Radialkräfte am stärksten sind.
Beim Biegen dehnt sich die Außenwand aus, während die Innenwand zusammengedrückt wird, was zu einer nach innen gerichteten Verformung des Querschnitts führt. Eine gewisse Ovalität ist unvermeidbar, daher besteht das Ziel darin, die Verformung innerhalb der geforderten Maßtoleranzen zu halten.
Eine einfache Methode zur Bewertung der Ovalität ist der Vergleich des maximalen und minimalen Außendurchmessers am gebogenen Abschnitt:
Ovalität (%) = (Maximaler Außendurchmesser − Minimaler Außendurchmesser) / Ursprünglicher Außendurchmesser × 100
Wenn beispielsweise ein 50-mm-PVC-Rohr nach dem Biegen an seiner breitesten Stelle 52 mm und an seiner schmalsten Stelle 48 mm misst:
Ovalität = (52 − 48) / 50 × 100 = 8 %
Der zulässige Wert hängt von der Rohrkonstruktion, der Anwendung, den Kundenspezifikationen und der jeweiligen Produktnorm ab.
Warum verflacht sich ein PVC-Rohr beim Biegen?
Das Abflachen von PVC-Rohren wird hauptsächlich durch den Biegeradius, die Wandstärke, die Erwärmungsbedingungen, die Abstützungsmethoden, die Werkzeuge, die Biegegeschwindigkeit und die Abkühlung verursacht. Diese Faktoren beeinflussen, wie das erweichte Rohr auf Zug-, Druck- und Radialkräfte reagiert.
Das Verständnis der einzelnen Faktoren hilft Herstellern, die Ursachen für Verformungen zu identifizieren und den Biegeprozess zu optimieren.
Enger Biegeradius
Der Biegeradius ist einer der wichtigsten Faktoren, die die Abflachung von PVC-Rohren beeinflussen.
Wenn der Biegeradius kleiner wird, konzentriert sich die Verformung auf einen kürzeren Rohrabschnitt. Die Außenwand muss sich stärker dehnen, während die Innenwand einer stärkeren Kompression ausgesetzt ist.
Diese Kräfte führen zudem zu einer stärkeren Verformung des Querschnitts.
Ein größerer Biegeradius verteilt die Verformung auf einen längeren Rohrabschnitt, wodurch die Rundheit leichter aufrechterhalten werden kann.
Der Biegeradius wird üblicherweise als Vielfaches des Rohraußendurchmessers angegeben:
- 3D = das Dreifache des Außendurchmessers
- 4D = das Vierfache des Außendurchmessers
- 5D = das Fünffache des Außendurchmessers
Beispielsweise hätte ein 50-mm-Rohr mit einem Biegeradius von 4D einen Mittellinienradius von etwa 200 mm.
Als allgemeine Prozessrichtlinie gelten beim Biegen von PVC-Rohren Radien zwischen 3D und 8D, abhängig von Wandstärke, Materialzusammensetzung, Erwärmungsbedingungen und der erforderlichen Geometrie. Produkte mit engem Biegeradius erfordern in der Regel eine bessere innere Abstützung und eine präzisere Prozesssteuerung.
Dünne Rohrwände
Die Wandstärke wirkt sich direkt auf die Kollapsfestigkeit des Rohrs aus.
Ein dickwandiges PVC-Rohr weist im Allgemeinen eine höhere radiale Steifigkeit auf und kann seinen kreisförmigen Querschnitt beim Biegen besser beibehalten. Ein dünnwandiges Rohr reagiert empfindlicher auf den Formdruck und kann sich sogar dann abflachen, wenn der Biegewinkel korrekt erscheint.
Betrachten wir zwei Rohre mit dem gleichen Außendurchmesser von 100 mm:
| Rohr | Außendurchmesser | Wandstärke | Verhältnis Außendurchmesser/Wandstärke |
| Rohr A | 100 mm | 3 mm | 33,3 |
| Rohr B | 100 mm | 6 mm | 16,7 |
Rohr A hat im Verhältnis zu seinem Durchmesser eine deutlich dünnere Wandstärke und erfordert beim Biegen in der Regel eine stärkere Abstützung.
Bei dünnwandigen Produkten müssen Hersteller unter Umständen Folgendes verwenden:
- Innenmandrel
- Flexible Stützkern
- Verbesserte Außenmatrizen
- Niedrigere Umformgeschwindigkeiten
- Sorgfältiger kontrollierte Erwärmung
Übermäßige Erwärmung
PVC muss vor dem Biegen ausreichend erwärmt werden, doch eine übermäßige Erweichung kann die Abflachung verstärken.
Wenn der Biegebereich zu weich wird, nimmt seine Widerstandsfähigkeit gegen radiale Kompression ab. Selbst mäßige Klemm- oder Umformkräfte können dann den Querschnitt verformen.
Mögliche Anzeichen für eine Überhitzung sind:
- Übermäßige Abflachung
- Oberflächenabdrücke
- Lokale Wandverformung
- Unregelmäßige Biegegeometrie
- Verlust der Maßhaltigkeit
Die Biegetemperaturen für PVC lassen sich bei bestimmten Produktionsprozessen üblicherweise im Bereich von ca. 120–160 °C einstellen, dies sollte jedoch nicht als allgemeingültige Einstellung betrachtet werden. PVC-Formulierungen, Wandstärken, Maschinenkonstruktionen und Heizverfahren unterscheiden sich erheblich.
Die richtige Temperatur ist die niedrigste stabile Prozesstemperatur, die ausreichende Flexibilität gewährleistet, ohne übermäßiges Erweichen oder Materialverschleiß zu verursachen.
Ungleichmäßige Erwärmung
Die Temperaturgleichmäßigkeit ist ebenso wichtig wie die Zieltemperatur.
Wenn eine Seite des Rohrs deutlich weicher wird als die andere, verformt sich der weichere Bereich beim Biegen leichter. Dies kann zu einem asymmetrischen Querschnitt anstelle einer gleichmäßigen Ovalität führen.
Uneinheitliche Erwärmung kann folgende Ursachen haben:
- Falsche Positionierung der Heizelemente
- Beschädigte Heizelemente
- Uneinheitliche Rohrrotation
- Zu großer Abstand zum Heizelement
- Schlechte Auslegung der Heizzone
Eine Mehrzonen- oder Umfangsbeheizung kann bei größeren Rohren und anspruchsvollen Biegungen für eine bessere Temperaturverteilung sorgen.
Hersteller sollten außerdem sicherstellen, dass der gesamte Biegeabschnitt beheizt wird, anstatt die Wärme nur auf die Mitte der Biegung zu konzentrieren.
Unzureichende innere Stützung
Fehlende innere Abstützung ist eine der unmittelbarsten Ursachen für das Abflachen von PVC-Rohren.
Wenn ein erweichtes Hohlrohr ohne inneren Widerstand gebogen wird, kann der Querschnitt unter den Umformkräften nach innen kollabieren.
Eine innere Abstützung hilft, dieser Verformung entgegenzuwirken.
Gängige Methoden sind:
Innendorn
Ein Dorn wird im Rohr nahe dem Biegebereich positioniert. Er stützt die Innenwand und trägt dazu bei, den ursprünglichen Durchmesser beizubehalten.
Dorne sind besonders nützlich für:
- Dünnwandige PVC-Rohre
- Enge Biegeradien
- Produkte, die eine geringe Ovalität erfordern
Flexible Stützkern
Flexible Stützkern können beim Biegen der gekrümmten Geometrie folgen und gleichzeitig die Innenfläche abstützen.
Sie sind nützlich, wenn starre Stützen der erforderlichen Biegung nicht folgen können.
Inneneinsätze
Maßgeschneiderte Einsätze können entsprechend spezifischer Rohrdurchmesser und Biegegeometrien konstruiert werden.
Sie bieten punktuelle Abstützung in Bereichen, in denen Verformungen am wahrscheinlichsten auftreten.
Die richtige innere Abstützung sollte ausreichenden Widerstand bieten, ohne die erhitzte Innenfläche des Rohrs zu beschädigen.
Falsche Außenwerkzeuge
Eine innere Abstützung allein kann keine gute Biegequalität garantieren. Auch äußere Biegewerkzeuge, Klemmen, Rollen und Führungen müssen auf die Rohrmaße abgestimmt sein.
Ist ein Biegewerkzeug zu groß, wird das Rohr möglicherweise nicht ausreichend abgestützt.
Ist es zu klein, kann übermäßiger lokaler Druck folgende Auswirkungen haben:
- Oberflächenabdrücke
- Eindrücke in der Wand
- Lokale Abflachungen
Die Werkzeuge sollten auf Folgendes abgestimmt sein:
- Außen-Durchmesser des Rohrs
- Wandstärke
- Biegeradius
- Biegewinkel
Präzisionswerkzeuge verteilen den Umformdruck gleichmäßiger und tragen dazu bei, dass das Rohr seine vorgesehene Geometrie beibehält.
Übermäßiger Spannkraftdruck
Das Rohr muss während des Biegens sicher fixiert werden, doch eine zu hohe Klemmkraft kann das erweichte PVC verformen, noch bevor die eigentliche Biegung abgeschlossen ist.
Dieses Problem verschärft sich, wenn:
- die Rohrwände dünn sind
- die Erwärmungstemperatur hoch ist
- die Kontaktfläche der Spannvorrichtung klein ist
Der Klemmdruck sollte daher ausreichend sein, um ein Verrutschen zu verhindern, ohne das Rohr unnötig zusammenzudrücken.
Breitere Kontaktflächen und korrekt geformte Klemmprofile können zudem den Druck gleichmäßiger verteilen.
Falsche Biegegeschwindigkeit
Zu schnelles Biegen kann zu einer ungleichmäßigen Verformung des Rohrmaterials führen.
Das erweichte PVC benötigt genügend Zeit, um die Spannungen während der Formgebung neu zu verteilen. Eine zu hohe Biegebeginnsgeschwindigkeit kann Folgendes verstärken:
- Abflachung
- Faltenbildung
- Winkelinstabilität
- Oberflächenverformung
Allerdings ist ein extrem langsames Biegen nicht immer besser. Ist der Umformzyklus zu lang, kann das Rohr während des Biegens ungleichmäßig abkühlen, was zu einem uneinheitlichen Materialverhalten führt.
Eine programmierbare PVC-Rohrbiegemaschine ermöglicht es, die Biegegeschwindigkeit an Rohrdurchmesser, Wandstärke, Heizbedingungen und den erforderlichen Radius anzupassen.
Falsche Erwärmungslänge
Wird nur ein sehr kurzer Abschnitt erwärmt, konzentriert sich die Verformung auf einen begrenzten Bereich.
Selbst bei korrekter Zieltemperatur kann eine unzureichende Erwärmungslänge zu einem abrupten Übergang zwischen erweichten und starren Rohrabschnitten führen.
Dies kann folgende Auswirkungen haben:
- Lokale Abflachung
- Scharfe Biegeübergänge
- Falten
- Übermäßige Dehnung der Wand
Die Erwärmungszone sollte dem erforderlichen Biegeradius und -winkel entsprechen.
Eine Biegung mit größerem Radius oder größerem Winkel erfordert in der Regel eine längere kontrollierte Erwärmungszone als eine Biegung mit kleinem Winkel.
Unsachgemäße Abkühlung und Formstabilisierung
Der Biegevorgang ist nicht beendet, sobald das Rohr den erforderlichen Winkel erreicht hat.
Nach der Formgebung bleibt PVC relativ weich, bis seine Temperatur ausreichend gesunken ist. Wird das Rohr zu früh aus der Form oder der Halterung genommen, kann sich der Querschnitt verändern.
Mögliche Probleme sind:
- Erhöhte Ovalität
- Rückfederung
- Winkelabweichung
- Lokale Verformung
Das Rohr sollte während der anfänglichen Abkühlphase ordnungsgemäß abgestützt bleiben.
Je nach Maschinenkonfiguration können Hersteller Folgendes verwenden:
- Natürliche Luftkühlung
- Zwangsbelüftung
- Wasserkühlung
- Kombinierte Kühlsysteme
Die Kühlmethode sollte das Rohr stabilisieren, ohne übermäßige Temperaturgradienten zu erzeugen.
Wie sich der Biegeradius auf die Abflachung von PVC-Rohren auswirkt

Dem Biegeradius kommt besondere Bedeutung zu, da er nahezu alle anderen Prozessparameter beeinflusst.
Mit abnehmendem Radius:
- nimmt die Dehnung der Außenwand zu
- Die Kompression der Innenwand nimmt zu
- wird die radiale Verformung stärker
- Die innere Abstützung gewinnt an Bedeutung
Nachfolgend ist eine vereinfachte Produktionsübersicht dargestellt:
| Biegeradius | Relative Formungsschwierigkeit | Stützbedarf | Risiko des Abflachens |
| 6D–8D | Gering | Gering–Mittel | Niedriger |
| 4D–6D | Mittel | Mittel | Mäßig |
| 3D–4D | Hoch | Mittel–Hoch | Höher |
| Unter 3D | Sehr hoch | Hoch | Sehr hoch |
Diese Bereiche dienen eher als Prozessrichtwerte und sind keine allgemeingültigen Konstruktionsgrenzen. Die tatsächliche Leistung hängt vom Rohrmaterial, der Wandstärke, der Temperatur, den Werkzeugen und den Maschinenkapazitäten ab.
So verhindern Sie das Abflachen von PVC-Rohren
Um ein Abflachen zu verhindern, muss der gesamte Prozess gesteuert werden, anstatt nur einen einzelnen Parameter anzupassen.
Wählen Sie einen geeigneten Biegeradius
Sofern es die Produktkonstruktion zulässt, ist die Vergrößerung des Biegeradius eine der einfachsten Möglichkeiten, Verformungen zu reduzieren.
Ein größerer Radius verteilt die Umformspannung auf einen längeren Rohrabschnitt und verringert das Zusammenfallen des Querschnitts.
Wenn ein enger Radius unvermeidbar ist, sollten Hersteller dies durch folgende Maßnahmen ausgleichen:
- Bessere innere Abstützung
- Präzisere Beheizung
- Präzisionswerkzeuge
- Kontrollierte Umformgeschwindigkeit
Optimierung von Erwärmungstemperatur und -zeit
Das Ziel besteht darin, das Rohr so weit zu erweichen, dass es gebogen werden kann, während gleichzeitig eine ausreichende strukturelle Festigkeit gegen ein Zusammenfallen gewährleistet bleibt.
Hersteller sollten unterschiedliche Parameterrezepturen festlegen, basierend auf:
- Außendurchmesser
- Wandstärke
- PVC-Rezeptur
- Biegeradius
- Biegewinkel
Für ein dickwandiges 110-mm-Rohr sollte nicht automatisch dieselbe Erwärmungszeit wie für ein dünnwandiges 50-mm-Rohr verwendet werden.
Verbesserung der Erwärmungsgleichmäßigkeit
Die Erwärmung sollte den gesamten Umformbereich so gleichmäßig wie möglich abdecken.
Hersteller können die Gleichmäßigkeit durch folgende Maßnahmen verbessern:
- Mehrzonenheizungen
- Gesteuerte Rohrrotation
- Präzise Temperatursensoren
- Richtige Positionierung der Heizelemente
- Regelmäßige Überprüfung der Heizelemente
Die Verringerung der Temperaturunterschiede am Umfang trägt dazu bei, symmetrischere Biegungen zu erzielen.
Verwendung einer inneren Stütze
Eine innere Stütze ist besonders bei anspruchsvollen Produkten wichtig.
Dorn oder flexible Kerne können die Querschnittsstabilität bei der Verarbeitung erheblich verbessern:
- Dünnwandige Rohre
- Rohre mit großem Durchmesser
- Biegungen mit engem Radius
- Hochpräzise Bauteile
Die Geometrie der Stütze sollte sorgfältig auf den Innendurchmesser des Rohrs abgestimmt werden.
Werkzeuge an das Rohr anpassen
Matrizen und Spannvorrichtungen sollten genau auf den Rohrdurchmesser und den erforderlichen Biegeradius abgestimmt sein.
Richtig abgestimmte Werkzeuge sorgen für eine gleichmäßigere äußere Abstützung und reduzieren punktuelle Druckbelastungen.
Für Hersteller, die verschiedene Größen verarbeiten, können austauschbare Werkzeuge ein Gleichgewicht zwischen Produktionsflexibilität und Maßhaltigkeit schaffen.
Biege- und Klemmkraft kontrollieren
Mehr Kraft führt nicht zwangsläufig zu besseren Biegungen.
Übermäßiger Umform- oder Klemmdruck kann die Abflachung verstärken, insbesondere nachdem das PVC erweicht ist.
Eine servogesteuerte oder hydraulische Steuerung ermöglicht es der Maschine, stabile, wiederholbare Bewegungen auszuführen, anstatt sich vollständig auf das Urteilsvermögen des Bedieners zu verlassen.
Stabilisierung des Rohrs während der Abkühlung
Das Rohr sollte so lange abgestützt bleiben, bis die Biegung eine ausreichende Maßhaltigkeit erreicht hat.
Bei der Großserienfertigung kann eine kontrollierte Luft- oder Wasserkühlung die Zykluszeit verkürzen und gleichzeitig eine gleichbleibende Geometrie gewährleisten.
Empfohlene Prozessparameter zur Verringerung der Abflachung
Die folgende Tabelle enthält allgemeine Ausgangswerte für die Prozessentwicklung:
| Parameter | Typischer Richtwert | Hauptzweck |
| Erwärmungstemperatur | 120–160 °C | Erzielen einer kontrollierten Erweichung |
| Biegeradius | 3D–8D | Formspannung kontrollieren |
| Temperaturschwankung | Ca. ±5 °C oder besser | Verbesserung der gleichmäßigen Verformung |
| Winkelgenauigkeit | ca. ±1°–2° | Gleichbleibende Biegequalität gewährleisten |
| Zielwert für Ovalität | Häufig 5–10 % oder projektspezifisch | Kontrolle der Querschnittsverformung |
| Abkühlzeit | 30–120 Sek. | Stabilisierung der Endgeometrie |
Diese Werte sollten vor der Serienfertigung für jede PVC-Rezeptur und jede Produktspezifikation validiert werden.
Wie PVC-Rohrbiegemaschinen das Abflachen reduzieren

Moderne PVC-Rohrbiegemaschinen kombinieren mehrere Systeme, um die Rohrverformung effektiver zu kontrollieren als bei unkontrollierter manueller Formgebung.
Präzise Temperaturregelung
Digitale Temperaturregler ermöglichen es dem Bediener, die Heizbedingungen für verschiedene Rohrspezifikationen einzustellen und zu überwachen.
Eine gleichmäßigere Temperatur bedeutet ein besser vorhersehbares Materialverhalten beim Biegen.
Programmierbare Biegebewegung
SPS- und servogesteuerte Systeme können Folgendes steuern:
- Biegewinkel
- Umformgeschwindigkeit
- Position
- Haltezeit
Dadurch werden Abweichungen zwischen Bedienern und Produktionschargen reduziert.
Einstellbare Stützsysteme
Je nach Maschinenkonfiguration kann die Unterstützung Folgendes umfassen:
- Dorn
- Rollen
- Führungsblöcke
- Klemmen
- Formwerkzeuge
Verstellbare Systeme ermöglichen es den Herstellern, die Abstützung entsprechend den Rohrabmessungen zu optimieren.
Austauschbare Biegewerkzeuge
Unterschiedliche Biegeradien und Rohrdurchmesser erfordern unterschiedliche Werkzeuggeometrien.
Austauschbare Matrizen und Formwerkzeuge ermöglichen es der Maschine, verschiedene Produktspezifikationen zu bearbeiten und dabei die richtige Außenabstützung aufrechtzuerhalten.
Kontrollierte Kühlung
Durch die integrierte Kühlung bleibt das Rohr in einer kontrollierten Position, während sich das Material stabilisiert, wodurch Verformungen nach dem Formvorgang reduziert werden.
Fehlerbehebung bei Abflachungsproblemen bei PVC-Rohren
Wenn während der Produktion Abflachungen auftreten, können Hersteller die wahrscheinliche Ursache durch Untersuchung des Fehlermusters ermitteln.
| Beobachtetes Problem | Mögliche Ursache | Empfohlene Anpassung |
| Die gesamte Biegung wird oval | Unzureichende innere Abstützung | Dorn/Kern hinzufügen oder verbessern |
| Lokaler Einbruch in der Mitte der Biegung | Radius zu eng oder Erwärmungszone zu kurz | Radius oder Erwärmungslänge vergrößern |
| Eine Seite verformt sich stärker | Ungleichmäßige Erwärmung | Temperaturverteilung verbessern |
| Der Klemmbereich wird flach | Zu hoher Klemmdruck | Kraft reduzieren oder Klemmprofil verbessern |
| Rohr verformt sich nach dem Entnehmen | Unzureichende Kühlung | Verlängern Sie die unterstützte Kühlzeit |
| Faltenbildung und Abflachung | Übermäßige Kompression | Radius, Stütze und Geschwindigkeit anpassen |
| Zufällige Abweichungen zwischen den Teilen | Instabile Prozessparameter | Verwenden Sie programmierbare Maschineneinstellungen |
Produktionstipps zur Aufrechterhaltung der Rohrrundheit
Hersteller können die Gleichmäßigkeit des Biegevorgangs durch verschiedene praktische Produktionskontrollen weiter verbessern.
Überprüfen Sie vor jeder Produktionscharge:
- Außendurchmesser des Rohrs
- Wandstärke
- Gleichmäßigkeit der Materialcharge
- Zustand der Heizvorrichtung
- Werkzeugabmessungen
- Position des Dorfs
Während der Produktion ist Folgendes zu überwachen:
- Erwärmungstemperatur
- Erwärmungszeit
- Biegegeschwindigkeit
- Spannkraft
- Abkühlzeit
Nach dem Biegen prüfen:
- Maximaler Außendurchmesser
- Mindestaußendurchmesser
- Biegewinkel
- Biegeradius
- Oberflächenbeschaffenheit
Die Erfassung dieser Werte erleichtert es, Trends zu erkennen und optimierte Maschinenrezepte für wiederkehrende Aufträge zu erstellen.
Wann ist eine innere Stütze besonders notwendig?
Nicht jedes PVC-Rohr erfordert das gleiche Maß an innerer Stütze.
Eine innere Stütze gewinnt zunehmend an Bedeutung, wenn:
- die Rohrwand im Verhältnis zum Durchmesser dünner wird
- der erforderliche Biegeradius kleiner wird
- der Rohrdurchmesser zunimmt
- die Toleranz für die Ovalität strenger wird
- der Biegewinkel zunimmt
- Die Anforderungen an das Produkterscheinungsbild steigen
Bei einer Biegung mit großem Radius an einem dickwandigen Rohr kann eine Außenformgebung eine ausreichende Formkontrolle gewährleisten.
Bei einem dünnwandigen Rohr, das eine enge 90°-Biegung erfordert, kann jedoch ein innerer Dorn oder ein flexibles Stützsystem erforderlich sein, um eine akzeptable Rundheit zu erreichen.
Hersteller sollten daher die Stützmethoden entsprechend dem jeweiligen Produkt auswählen, anstatt für jedes PVC-Rohr eine einheitliche Konfiguration zu verwenden.
Ausgleich zwischen Rundheit und Produktionseffizienz
Die Aufrechterhaltung einer extrem geringen Ovalität erfordert oft zusätzliche Werkzeuge, eine längere Heizregelung, eine stärkere Abstützung und eine längere Abkühlzeit.
Dies kann Folgendes erhöhen:
- die Zykluszeit
- Werkzeugkosten
- Maschinenkomplexität
Daher sollten Hersteller die tatsächlichen Maßanforderungen des Endprodukts definieren, bevor sie den Prozess optimieren.
Ein Produkt, das eine Ovalität von 8 % zulässt, erfordert nicht unbedingt dieselben Werkzeuge und Prozesssteuerungen wie ein Bauteil, das eine Ovalität von weniger als 3 % erfordert.
Bei Großserienaufträgen können bereits geringe Verbesserungen der Zykluszeit erhebliche Auswirkungen auf die Produktionsleistung haben. Hersteller sollten daher das Erwärmen, Biegen, Halten und Abkühlen als integrierten Zyklus optimieren, anstatt sich ausschließlich auf die Biegebewegung zu konzentrieren.